Santiago o Santiago!
Der heutige Tag stand im Zeichen der Erholung. Nach den letzten Tagen mit massig vielen Kilometern, hatte ich diesen Erholungstag bitter nötig. Auch für Roger, der morgen zwar wieder zurück in die Schweiz fliegt, war dieser freie Tag Goldwert.
Unsere erste Aufgabe lag darin die Compostela – hierbei handelt es sich um die Bestätigung, dass man mindestens die letzten 100 km zu Fuss zurückgelegt hat – in Pilgerbüro abzuholen. Aufgrund der gestrigen langen Wartezeit von über einer Stunde und dem Tipp unserer Rezeptionisten dass die Warteschlange am frühen Morgen am kleinsten sei, standen wir um 08:00 vor dem Pilgerbüro. Aber auch bereits um diese Zeit warteten bereits einige Pilger vor den Türen.
Trotz des relativ hohen Pilgeraufkommens um diese beinahe schon unchristliche Uhrzeit, hatten wir nach knapp 30 Minuten unsere Compostela. Danach ging es ab ins nächste Restaurant zum wohlverdienten Frühstück.
Nächster wichtiger Programm Punkt war die Pilgermesse ums 12:00. Leider habe ich mich zu sehr von meinen Erfahrungen leiten lassen uns sind etwas zu spät zur Kathedrale aufgebrochen. Bereits um 11:30 hat sich vor dem Eingangsportal eine lange Schlange gebildet und meine Befürchtungen, als ich die Warteschlange gesehen habe, haben sich erfüllt. Keine Sitzplätze mehr vorhanden. Somit mussten wir die gesamte Pilgermesse im Stehen mitverfolgen.
Die Messe verlief eigentlich genau gleich wie vor 5 Jahren. Diese Mal wurde aber der Weihrauchbehälter entfacht und durch die Kathedrale geschwungen. Trotz striktem Fotografie und Film verbot wurde diese Szene von den meisten in der Kathedrale anwesenden Pilgern und Touristen gefilmt. Leider auch durch die Priester selbst, die vorne beim Altar standen. Finde ich eigentlich absolut unnötig!
Nach der Messe gönnten wir uns noch das finale und abschliessende Ritual der Umarmung des Apostels. Mit dieser Umarmung schliesst man die Pilgerreise nach Santiago ab.
Danach war eigentlich nur noch etwas Sightseeing angesagt. Oder besser gesagt, ein Restaurant mit Sonnenterrasse suchen und was essen und trinken.
Ab Morgen gilt es für mich dann wieder ernst und ich werde mich auf die letzten Kilometer meiner Reise begeben. Aktuell hält sich die Motivation aber in Grenzen. Einerseits weil ich ab morgen wieder alleine unterwegs bin und anderseits weil die Wettervorhersage ziemlich bescheiden aussieht – in anderen Worten, Regen bis Sonntag.
Aber was will man machen, das Wetter in Galicien ist halt einfach so und da muss man durch!
Es grüsst der um eine Compostela reichere Edelpilger!






