Tag 40 – Negreira – Logoso

Meinem angeschlagenen Fussgelenk geht es wieder gut. Als ich heute Morgen aufgewacht bin, war die Schwellung schon beinahe verschwunden und ich konnte bereits wieder normal gehen.

Eigentlich freute ich mich heute Morgen meine absolut längste Etappe in Angriff zu nehmen. Leider haben sich aber meine schlimmsten Befürchtungen bezüglich Wetter bewahrheitet. Zu Beginn war eigentlich mehrheitlich noch alles ok. Ausser dass es stockdunkel war und mir zwei Pilger für ungefähr zwei Stunden folgten. Ich konnte sie erst abschütten als es hell wurde und stärkerer Regen einsetzte. Neben dem stärker werdenden Regen war der Wind ein weiterer Feind. Mal blies er stark von links, mal von rechts, mal von hinten und mal von vorn. Regen und Wind, eine grauenhafte Kombination! Ich riesiges Glück, dass kurz nachdem es stärker anfing zu regnen, eine Herberge mit Kaffee auf dem Weg lag. Ich ging also direkt in das Kaffee, welches schon recht gut besucht war – auch kein Wunder bei diesem Wetter – und bestellte mir einen Kaffee sowie ein Mineral in der Hoffnung, dass der Regen bald nachliesse. Weit gefehlt, der Regen liess nur kurz nach um von neuem zu beginnen. Also blieb mir nichts anderes übrig als mich in die komplette regen Montur zu schmeissen und mich wieder auf den Weg zu mache – wurde auch Zeit, denn ich sass mindestens 45 Minuten in dem Kaffee.

Leider wurde das Wetter nicht wirklich besser. Es gab aber Momente in dem es mal nicht regneten dafür aber stark windete. Zu allem Unglück liessen dann auch meine Schuhe langsam nach. Zuerst links dann rechts. Irgendwann ich in beiden Schuhen einen kleinen See und auch der Rest der Regenausrüstung versagte mehr und mehr je länger es ging.

Gegen 12:30 machte ich dann in der nächsten Herberge rast und trank einen weiteren Kaffee. Als ich mich wieder auf den Weg machte spürte ich, dass meine Schuhe so schwer wie Blei waren. Vollgesogen mit Wasser! So was hatte ich noch nie und konnte mir das bis anhin auch nicht vorstellen. Jetzt bin ich wieder um eine Erfahrung reicher.

Kurz nach 13:00 glaubte ich, dass der Regen endgültig nachgelassen hat und zeitgleich hoffte ich, dass ich auch innerlich langsam wieder trockner werde. Leider war mein Glauben nicht so stark, dass es wirklich auch eingetroffen ist. Der Regen und der Wind kamen zurück und zwar mit allem was sie zu bieten hatten. Starke Böen und heftiger Regen es wollte einfach nicht besser werden.

So ging es dann weiter bis zum Schluss. Zeitweise dachte ich schon, dass ich das heute nicht schaffe und ein Taxi nehmen muss! Aber ein Pilger kämpft sich durch wenn er mal auf einer Etappe ist. Für den Fall, dass es Morgen im gleichen Stiel weitergeht, bin ich mir schon am Überlegen ob ein Taxi eine Option wäre. Auch wenn meine Wanderschuhe bis Morgen nicht einigermassen Trocken werden, werde ich wohl ein Taxi nehmen. Solche Gedanken schmerzen zwar, aber so wie heute hat es auch keinen Spass mehr gemacht.

Und noch zum Schluss, als ich endlich meine Füsse aus den Schuhen nehmen konnte, haben die ausgesehen, als wäre ich 10 Stunden in einer Badewanne gelegen. So richtig verschrumpelt und bleich. Und übrigens, meine Hände sahen ganz ähnlich aus.

Es grüsst ein völlig durchnässter Edelpilger mit kleinen Seen in den Schuhen!

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