Irgendwann endet jede Reise und dies meistens damit dass man zurück in die Heimat fliegt. Somit machte ich mich heute früh am Morgen auf meine Rückweg. Da ich in Muxía ziemlich ab vom Schuss war und mein Flug relativ früh losging wurde mittels Taxi an den Flughafen chauffiert. Das Check-in und alles drum herum verlief ohne Probleme, hatte ja auch nicht wirklich viel Gepäck bei mir.
Da ich eigentlich geplant hatte mir in Muxía eine Massage zu gönnen, ich aber nirgends was gefunden hatte, gönnte ich mir stattdessen den Business Class Upgrade bei Swiss. Hat sich wirklich gelohnt. Das Frühstück war sehr reichhaltig und schmeckte für Flugzeug Verpflegung sehr gut.
Den Rest des Fluges habe ich entweder lesend oder dösend verbracht. Nach etwas mehr als 2 Stunden landeten wir dann in Zürich. Nach erfolgreicher Gepäckabholung und Rückfahrt mit dem Zug – natürlich 1. Klasse – kam ich dann nach langen 1 ½ Monaten wieder zuhause an.
Als erstes stand natürlich duschen und auspacken auf dem Programm. Waschen werde ich aber erst Morgen, denn heute ist erst einmal richtig ankommen wichtig.
Was jetzt noch fehlt ist natürlich ein Rückblick auf meiner Reise und die vergangenen 1 ½ Monate und 920 km.
Ich denke einer der wichtigsten Fragen die sich stellt ist, würde ich es noch einmal machen?
Eher nicht! Einer der Hauptgründe ist, dass es viel zu viele Pilgertouristen auf dem Weg hat. Mir fehlte zeitweise wirklich die Einsamkeit – die ich eigentlich auch gesucht habe. Der ganze Pilgertourismus hat natürlich auch Vorteile. Insbesondre für Gegenden und Ortschaften in die man sonst nicht gehen würde. Diese Ortschaften erfahren dann einen richtigen Boom. Ganz extrem konnte man das in Foncebadón sehen. Vor 5 Jahren kaum erwähnenswert und heute werden diverse alte und fast komplett zerfallene Häuser wieder aufgebaut. Aber es gibt natürlich auch Schattenseiten. Aufgefallen ist mir das beim Service in Restaurants und der Freundlichkeit des Personals. Ich vermute stark, dass auch den Einheimischen die Pilgermassen, sowie teilweise deren Verhalten, auf die Nerven gehen.
Wie habe ich mich gefühlt als ich nach Santiago kam? War es gleich wie vor 5 Jahren?
Zuerst die Antwort auf die zweite Frage. Nein, es war nicht annähernd das gleiche. Vor 5 Jahren hatte ich auch eine grössere Leidensgeschichte hinter mir. Somit waren auch die Emotionen ganz anders. Diese Mal war es zwar schön Santiago – zusammen mit einem sehr guten Freund – zu erreichen aber bezüglich Emotionen weniger intensiv.
Hat es sich gelohnt die verpassten Abschnitte nachzuholen?
Ja und nein. Der Abschnitt zwischen Nájera und León war – und das wusste ich ja auch schon vorher – zeitweise wirklich sehr öde und langweilig. Aber auch hier hatte ich geniale Tage an denen ich das Alleinsein wirklich geniessen konnte. Die Strecke von Santiago bis nach Muxía war mit Abstand die beste. Viel weniger Pilger. Strecken die nochmals alles von mir abverlangten, dies auch aufgrund der Wetterbedingungen sowie der relativ grossen Distanz die ich in wenigen Tagen zurücklegen musste.
Was hat mich am meisten bewegt?
Als schliesslich zum ersten Mal den Atlantik gesehen habe, war ich wirklich berührt. Was ich aber genau gefühlt habe ist sehr schwer in Worte zu fassen. Was ich aber mit Sicherheit sagen kann war, dass ich eine grosse Erleichterung gesprüht habe und ich mich wie ein kleines Kind gefreut habe. Ich denke es war ganz Ähnlich, als ich vor 5 Jahren in Santiago angekommen bin. Dieses gefühlt hatte ich sogar ein zweites Mal, als ich kurz vor Muxía stand und mir bewusst wurde, dass es jetzt vorbei ist und ich nur noch wenige Meter ins Ziel habe. Auf der Landzunge von Muxía, mit der Kirche hinter mir und dem Meer und der Brandung vor mir kam dann diese unglaubliche leere. Einfach nichts, nur dort sitzen Zigarre rauchen und den Moment geniessen. Das war das Beste!
Ein letzter Gruss des Edelpilgers von seinem Schreibtisch in Freienbach!
ENDE !





